Joshua Tree Nationalpark

Am Samstag habe ich einen Ausflug zum Joshua Tree Nationalpark gemacht. Dieser ist von San Diego in etwa 2,5 Stunden mit dem Auto zu erreichen und liegt in der Nähe von Palm Springs (wo wir letztes Wochenende hin waren). Der Nationalpark ist eine Wüstenlandschaft und deshalb sind hier Mitte November angenehmen Temperaturen von 28 Grad, im Sommer kann es aber auch schon mal über 40 Grad gehen. Wir informierten uns am Eingang des Nationalparks an einer Touristeninformation über die Sehenswürdigkeiten, die man bei einer Tagestour erkunden sollte.

Normalerweise muss man Eintritt in den Nationalpark bezahlen, doch da Freitag und Samstag Veterans Day in den USA war, war der Park kostenlos. Was wir nicht bedacht hatten, durch das verlängerte Wochenende war auch entsprechend viel in dem Nationalpark los und so war es nicht nur relativ schwer einen Parkplatz an den einzelnen Sehenswürdigkeiten und Wanderwegen zu finden, sondern es waren auch super viele Menschen unterwegs 🙂 .

Insgesamt hatten wir eine Tour mit fünf Stationen innerhalb des Parks geplant, wobei man zwischendurch immer wieder weite Strecken mit dem Auto zurücklegen musste. Das war aber eigentlich gar nicht schlimm, denn bereits diese Fahrten boten einen atemberaubenden Blick auf die Natur der Wüstenlandschaft. Es ist vor allem faszinierend, den Unterschied zwischen diesem Nationalpark und zum Beispiel dem Yosemite zu sehen, der „nur“ etwa acht Stunden entfernt liegt. Der Joshua Tree hat seinen Namen von einer bestimmten Baumsorte, die typisch für dieses Gebiet ist und die man auch überall finden kann. Außerdem findet man zahlreiche Felsenlandschaften und Berge vor. Nachdem wir uns bei dem ersten Wanderweg noch an die Beschilderung gehalten hatten, beschlossen wir beim zweiten Trail, ein wenig abseits der eigentlichen Wege zu gehen und auf ein paar Felsen zu klettern. Das sollte man natürlich eigentlich nicht 🙂 , vor allem auch weil man im gesamten Nationalpark kein Netz hat, doch das war es auf jeden Fall wert. Die grandiose Aussicht mit Ruhe zu genießen und nicht hunderte andere Wanderer um sich herum zu haben, war super schön.

Nachdem wir also die verschiedenen Punkte des Parks erkundet hatten, begaben wir uns gegen Nachmittag zu einem Gebiet das „The Sky is the limit“ heißt. Dort trafen sich an diesem Wochenende Professionelle- und Hobbyastronomen, um die Sterne zu beobachten. Das war richtig schön. Denn normalerweise wird der Himmel nie so dunkel wie hier, da er durch irgendwelche Lichter von Städten oder Autobahnen erhellt wird, doch in der Nähe des Parks konnte man die ganze Sternenpracht bei absoluter Dunkelheit bewundern.

Alles in allem war es ein sehr gelungener Tagesausflug, wobei man im Joshua Tree Nationalpark glaube ich auch gut und gerne mehr als einen Tag verbringen kann.

Palm Springs

Da ich am Wochenende keinen größeren Trip geplant hatte, beschloss ich mit Laura und Henryk (zwei deutsche Studenten in San Diego) einen Tagesausflug nach Palm Springs zu machen. Von San Diego aus fährt man etwa zwei Stunden ins Landesinnere, um Palm Springs zu erreichen. Wir hatten uns vorher nicht so viele Gedanken gemacht, was wir uns wirklich anschauen würden, also fuhren wir zunächst zur Touristeninformation und fragten nach ein paar Tipps. Damit sind wir bisher in Amerika immer sehr gut gefahren und auch heute lohnte sich das wieder.

Als erstes fuhren wir zum Mount San Jacinto. Das ist ein Berg in der Nähe der Stadt, auf den man entweder wandern kann (10 Stunden ein Weg 🙂 ), oder man nutzt eine der größten sich um sich selbst drehende Seilbahn der Welt. Alleine die Fahrt nach Oben auf die Spitze des Berges war bereits atemberaubend. Dort angekommen wanderten wir zu verschiedenen Aussichtspunkten, von denen aus man eine super Sicht auf die Wüstenlandschaft hatte, in der Palm Springs liegt. Das einzige was wir nicht so richtig bedacht hatten war, dass es auf einem hohen Berg meistens nicht so warm ist. Am Fuße des Berges waren es noch warme 25 Grad Celsius (im November 🙂 ), doch oben angekommen waren es dann nur noch 7 Grad 🙂 . Das erklärte auch, wieso alle Leute uns so komisch anschauten, als wir mit unseren kurzen Hosen nach oben fuhren, und wir hatten uns noch gewundert, wieso die alle so winterlich eingepackt waren, da wir doch in einer Wüstenstadt waren 🙂 . Aber man muss dazusagen, dass es sich im Endeffekt nicht so kalt anfühlte und wir beim Wandern in der Sonne keine Probleme hatten. Alleine auf der Spitze des Berges hätte man schon einen Tag verbringen können, doch wir entscheiden uns, gegen Mittag nach Palm Springs Downtown zu fahren, um zu Mittag zu essen.

Dabei muss man vielleicht dazu sagen, dass Palm Springs als Stadt nicht wirklich groß ist. Früher war es beliebt bei Hollywood Stars, die am Wochenende dem Trubel in LA entfliehen wollten. Auch heute sieht man hier noch sehr viele Villen. Außerdem ist das Wetter in Palm Springs um diese Jahreszeit optimal, da es hier im Sommer schonmal über 40 Grad Celsius werden können. Nachdem wir etwas in einem kleinen Restaurant gegessen hatten, fuhren wir zu den Indian Canyons.

Dort kann man sehr schön wandern gehen und die Natur bestaunen. Wir suchten uns den Andreas Canyon als Ziel aus, da wir nicht mehr so viel Zeit hatten (der Park wird bereits um fünf Uhr geschlossen). Hier konnte man sehr schön sehen, wie durch einen kleinen Fluss die Wüstenlandschaft fruchtbar gemacht wird, denn am Rande des Flusses der sich durch den Canyon schlängelte wuchsen riesige Palmen und Sträucher. Das war schon ziemlich beeindruckend zu sehen.

Gegen Abend fuhren wir dann wieder zurück nach San Diego, nachdem wir noch an der Villa von Elvis Presley vorbeigefahren waren (die hätte ich mir pompöser vorgestellt, aber für die damalige Zeit war sie glaube ich schon nicht schlecht 😛 ). Angekommen gingen wir noch etwas in Ocean Beach essen und rundeten den richtig schönen Tag damit ab.

Halloween

Letzte Woche hatte ich die Chance Halloween in den USA zu feiern. Und das ist wirklich etwas Besonderes hier. In Deutschland bin ich nicht der größte Fan dieses Festes, aber in den USA kann man sich davor eigentlich nicht retten 🙂 . An den betreffenden Tagen sieht man überall Leute in Kostümen und die Häuser werden gruselig dekoriert. Aus dem Gespräch mit meiner Vermieterin habe ich heraushören können, dass für viele Leute in Amerika das Halloween Fest größer als Weihnachten ist. Ich hatte auch die Chance das kleine Mädchen, das in meiner Gastfamilie wohnt, am Mittwoch von der Schule abzuholen, und es war so schön die ganzen Kinder verkleidet und aufgeregt zu sehen. Es wurden Spiele in der Schule gespielt, Bilder gemacht und Süßigkeiten getauscht. Um uns anzupassen haben wir uns natürlich Kürbisse gekauft und sie abends präpariert, bevor wir uns an verschiedenen Süßigkeiten probiert haben 🙂 . Das Fazit des Tests war, dass man Schokolade mit Kürbisgeschmack besser meiden sollte 🙂

Mission Trails Regional Park #2 – Tandembiketour – Strand-Barbecue

Nach dem ereignisreichen und auch ein wenig anstrengenden (im positiven Sinne 😉 ) Wochenende im Yosemite Nationalpark, hatten wir beschlossen, dieses Wochenende ein wenig ruhiger anzugehen.

Am Freitag fuhren wir wieder zum Mission Trails Regional Park, der aus den fünf Bergen und verschiedenen Wanderwegen besteht. Nachdem wir beim ersten Mal die beiden höchsten Berge gemacht hatten, suchten wir uns dieses mal eine neue Strecke raus und wanderten auf einen der drei verbliebenen Gipfel 🙂 . Die Strecke war eigentlich als nicht so schwierig ausgeschildert, doch es stellte sich heraus, dass auch diese Wanderung nicht einfach war und es schon ziemlich viele Höhenmeter zu überwinden gab 🙂 .

Samstags beschlossen Henryk und ich dann uns das Tandemfahrrad, das meine Familie uns netterweise zur Verfügung gestellt hat, auszuleihen. Zunächst machten wir einen kurzen Abstecher zu einem Fahrradladen, um das Rad wieder fahrtauglich zu machen, und nachdem dies abgeschlossen war, machten wir uns auf den Weg, San Diego mit dem Fahrrad zu erkunden. Zunächst fuhren wir ein wenig in den Straßen von Pacific Beach (um ein bisschen Sicherheit zu bekommen), ehe wir zur und um die Mission Bay fuhren. Ich bin noch nie in meinem Leben ein Tandembike gefahren, aber es war wirklich richtig schön und hat super viel Spaß gemacht. Als wir wieder zu Hause angekommen waren, packten wir einen Grill, Würstchen und was man sonst noch für ein schönes Barbecue am Strand benötigt, ein und spazierten zum Strand. Nachdem wir zunächst noch ein wenig die Sonne genossen hatten, schmissen wir dann beim Sonnenuntergang unseren Holzkohlegrill an und grillten uns ein paar Würstchen. Das hat super viel Spaß gemacht und ich glaube nicht, dass das letzte Mal war, dass wir am Strand gegrillt haben. Wir saßen noch lange am Strand zusammen, bis es dann doch irgendwann relativ kalt geworden ist (abends wird es jetzt schon ziemlich kalt am Meer 🙂 ).

 

 

Yosemite National Park – Tag 3

Sonntags war unser letzter Tag im Yosemite National Park. Da ich morgens schon relativ früh wach war und nicht unbedingt im kalten Zelt liegen wollte, entschloss ich mich kurzerhand dazu, mich mit dem Auto auf den Weg zu machen und den Nationalpark noch ein wenig zu erkunden. Das war richtig schön. Durch das ganze Yosemite valley führt eine Art Rundstrecke, an der man an ganz vielen Stellen halt machen kann, um auszusteigen und die Natur ein wenig zu genießen. Das habe ich dann auch getan und gerade früh morgens kann man die Natur richtig schön erleben, da noch fast keine Tagestouristen im Park sind und es sehr ruhig ist. Nach dem üblichen Peanuts Butter Frühstück bauten wir dann das Zelt ab und machten uns auf den Weg zum Glacier Point. Dabei handelt es sich um einen Bekannten Aussichtspunkt, von dem aus man einen Blick auf die Berge des Yosemite Parks hat. Die Aussicht war wirklich atemberaubend und wenn es nicht unser Abreisetag gewesen wäre, wären wir wahrscheinlich auch noch zum Glacier Point gewandert, allerdings handelt es sich dabei um eine Tagestour für die wir keine Zeit mehr hatten.
Da wir aber noch früh an waren und nicht direkt die Heimreise antreten wollten, entschlossen wir uns dazu noch einmal durch den Park zu fahren und die Toulumne Grove zu besichtigen. Dabei handelt es sich um einen Teil des Yosemite, in dem Mammutbäume zu finden sind. Diese kann man sich zwar schon so in etwa vorstellen, doch wenn man tatsächlich vor einem steht, wirken sie noch mächtiger als erwartet. Nach einer kleinen Wanderung zu diesen Bäumen entschlossen wir dann, uns auf den Heimweg zu machen. Dieser war zwar etwas beschwerlicher als der Hinweg, weil wir tagsüber fuhren und vor allem rund um LA war ziemlich viel Verkehr, aber letztendlich kamen wir um halb 12 Uhr in San Diego an. Ich glaube ich habe mich noch selten so über mein Bett und eine Dusche gefreut 🙂 .
Alles in allem war es ein richtig schönes Wochenende im Yosemite Nationalpark. Obwohl einige Sachen schief gegangen sind (Zelt zu klein, keine Gasfläche dabei, kein Kochtopf eingepackt, Eises Kälte nachts, zunächst kein sicherer Zeltplatz, kaputte Tankstelle am letzten Tag als wir Gas bräuchten, um nur ein paar Sachen zu nennen 😉 ), war es ein grandioses Wochenende. Ich könnte viele neue Eindrücke sammeln, habe super viele tolle Sachen gesehen und es hat einfach nur unheimlich viel Spaß gemacht. Den Yosemite Park zu erleben und darum zu campen und zu wandern hat sich auf jeden Fall voll und ganz gelohnt.
Auf unserem Heimweg merkten wir dann noch, dass wir so etwas eigentlich noch nie erlebt haben, wir fuhren praktisch von unserem Urlaub heim zum schönen Wetter rund Strand 😛 . Wir hatten Mal ein Wochenende getestet, ob wir das Wetter aus Deutschland vermissen (wobei es im Yosemite eigentlich nie geregnet hat und es auch tagsüber 20 Grad waren, also es war selbst da besser als in Deutschland 😛 ), und festgestellt, dass es in San Diego schon ganz schön ist 😉 .

Yosemite Nationl Park – Tag 2

Der zweite Tag im Yosemite Nationalpark begann für mich bereits sehr früh. Da eine Reservierung über die Warteliste nur für einen Tag gültig ist, hatten wir bereits am Abend zuvor beschlossen, es wieder am Camp 4 zu probieren, um einfach die Sicherheit eines Zeltplatzes zu haben. Also machten Henryk (ebenfalls ein deutscher Student der mit dem auf dem Trip war) und ich uns morgens um 05:30 Uhr!!!!! auf den Weg. Das einzig Positive daran war, dass wir mit dem Auto fuhren und die Heizung auf volle Stärke drehen konnten, denn mein Gesicht war während der Nacht zu einem Eiszapfen geworden (es waren um die 0 Grad Celsius gewesen). Als wir am Camp 4 ankamen waren wir auch noch recht positiv, da wir ja dieses Mal bereits 2,5 Stunden vor Einlass da waren. Also packten wir unser Frühstück zusammen und machten uns auf den Weg zum Kiosk. Dort angekommen waren wir dann ein wenig geschockt, denn es wurden lediglich 17 Personen ein Ticket gegeben und obwohl wir dachten, dass wir früh an wären, gab es Leute, die die ganze Nacht in der Schlange geschlafen haben 😀 . Sie lagen dort in Schlafsäcken auf den Boden, und ich bin mir sicher, dass einige das auch nicht überlebt haben 😛 , denn es muss ihnen ja richtig kalt geworden sein. Wir sahen dann relativ schnell ein, dass das wieder nichts werden würde und ganz ehrlich, den armen Teufeln auf dem Boden gönnten wir das auch 🙂 . Also machten wir uns auf den Weg zum Reservierungszentrum und stellten uns dort in die Schlange für die Wartelist. Hier waren wir dieses Mal dritter und konnten uns damit ziemlich sicher sein, einen Platz zu bekommen.

Nachdem wir uns eingetragen hatten, fuhren wir zurück zu unserem Zelt und nach einem kurzen Frühstück bauten wir das Zelt ab und verstauten alles wieder in meinem Auto. Das war halt ein bisschen unglücklich, da wir den Platz ja nur für eine Nacht bekommen hatten, allerdings ging das Abbauen viel schneller als gedacht und wir bekamen auch alles gut verstaut.

Anschließend machten wir uns auf den Weg zu den Yosemite Falls. Dabei handelt es sich um einen Wasserfall, der von den Bergen die das Tal umranden herabfällt. Der Aufstieg zu den Falls war nicht wirklich weit, allerdings musste man ein paar Höhenmeter überwinden und teilweise war der Aufstieg auch relativ beschwerlich. Dafür wurde man aber zunächst mit einer grandiosen Aussicht entlohnt und als wir dann zu dem eigentlichen Highlight dem Wasserfall kamen, dachte keiner mehr an den Aufstieg. Man kann sich das so vorstellen, wie aus Filmen, wenn man einen idyllischen kleinen See in Mitten von Bergen gelegen sieht. Das Wasser ist sehr klar und dann kommen verschiedene Plateaus und das Wasser fällt von einem Plateau auf das nächste, bevor es dann letztendlich den Bergrand überwindet und hunderte von Meter in die Tiefe stürzt. Während des ganzen Tages hatten wir strahlenden Sonnenschein und das war dann noch das I-Tüpfelchen. Dieser Teil des Parks ist auch nicht mit dem Auto erreichbar, was sehr positiv ist, da man dadurch keine Tagestouristen hat und der Weg nicht so überlaufen ist. Wir hätten hier glaube ich den ganzen Tag bleiben können, hätten wir nicht um drei Uhr wieder am Reservierungszentrum sein müssen. Also machten wir uns wieder an den Abstieg. Der war dann nicht mehr ganz so schön, da das ganze kein Rundweg ist und man denselben Weg nochmal nach unten muss. das ist teilweise nicht ganz so einfach und auch ein wenig gefährlich, da ja auch immer Gegenverkehr ist, von Leuten die auf den Berg wollen. Man sollte bei dieser Wanderung auf jeden Fall ordentliche Schuhe tragen und genügen Wasser und Proviant dabeihaben.

Letztendlich schafften wir es dann aber doch um drei Uhr wieder zurück zu sein, bekamen einen neuen Zeltplatz und richteten uns hier wieder gemütlich 😉 ein. Diese Mal kauften wir uns zwei Kisten Feuerholz, da wir nach dem Essen nicht ganz so müde waren und so genossen wir die Ruhe des Yosemite Parks am Lagerfeuer, wie sich das für richtige Camper gehört 😉 . Doch bevor wir uns diesem Abendprogramm widmeten hatten wir noch ein wenig Zeit gehabt, den Park zu erkunden. Das würde ich auch jedem raten, wir hatten uns einfach mit dem Auto auf den Weg gemacht und im Yosemite gibt es rechts und links der Straße immer wieder Ausbuchtungen, in denen man anhalten kann und von denen aus man zu Bächen, Brücken oder sonstigen Highlights der Natur spazieren kann. Und tatsächlich bin ich der Meinung, dass man dort überall anhalten kann, da es immer wieder etwas Neues zu bestaunen gibt.

Yosemite National Park – Tag 1

Schon vor ein paar Wochen hatten wir beschlossen im Oktober zum Yosemite National Park zu fahren. Letztes Wochenende war es dann endlich soweit und wir machten uns Donnerstag abends um halb zwölf Uhr nachts auf den Weg (eigentlich wollten wir um elf Uhr los, doch wir merkten, dass mein Auto zwar groß ist, bei einem Campingtrip mit fünf Leuten jedoch an seine Platzgrenzen stößt, weshalb wir sogar schon eingepackte Verpflegung wieder entfernen mussten 🙂 ). Die Fahrt dauerte etwa acht Stunden, war jedoch angenehmer als gedacht. Dies lag vor allem daran, dass nachts kein so dichter Verkehr ist und wir selbst durch LA sehr gut durchkamen. Lediglich die letzte Stunde bevor wir unser Ziel erreichten war ein wenig anstrengend, da wir uns dann bereits im eigentlichen Yosemite Park befanden und sich die Amerikaner dort anscheinend zum Ziel gesetzt haben so viele Kurven wie es nur irgendwie geht, einzubauen. An sich ist das ja nicht schlimm, aber da wir diesen Teil des Parks morgens um sechs Uhr bei Regen erreichten war es nicht so angenehm zu fahren.

Wie bereits erwähnt hatten wir uns dazu entschlossen im Yosemite zu campen, um so den Nationalpark in seiner ganzen Pracht genießen zu können 😛 . Es gibt dort auch verschiedene Campingplätze nahe des Yosemite Village, allerdings muss man für fast alle eine Vorreservierung haben, um die man sich etwa drei Monate im Voraus kümmern muss (das haben wir natürlich nicht getan 🙂 , wobei man zu unserer Verteidigung sagen muss, dass wir zu der Zeit noch gar nicht in den USA waren). Also beschlossen wir zum Camp 4 zu fahren, das sehr zentral liegt und einer der wenigen First-Come-First-Serve Plätze ist. Die Vergabe dort ist nicht so einfach (wie wir merkten) 🙂 , und zwar befindet sich am Eingang ein Kiosk. an dem muss man sich anstellen und um 08:30 Uhr morgens kommt ein Parkranger, sagt an, wie viele Personen für den Tag einen Platz bekommen und dann wird in der Reihe abgezählt wer einen Platz bekommt und wer nicht. Also an sich klingt das nicht so tragisch und wir wussten auch von dem System und hatten uns deshalb auch schon so früh auf den Weg gemacht (wir waren um 07:00 Uhr an dem Kiosk), allerdings waren auch andere auf diese Idee gekommen. An dem morgen an dem wir dort ankamen bekamen 19!!! Leute einen Platz und ich glaube wir waren ungefähr Nummer 42 bis 47 (und wir waren noch nicht die Letzten) 🙂 . Also gingen wir hier erst einmal leer aus. Uns wurde dann jedoch gesagt, dass wir uns auf einer zentralen Reservierungsstelle auf eine Warteliste setzten konnten und das taten wir dann auch. Diese Liste ist für drei Campingplätze im Yosemite gültig und sobald eine Reservierung nicht angetreten wird, werden diese freien Plätze gemäß der Warteliste vergeben. Auf der Liste waren wir dann Nummer 21 und hatten deshalb bis mittags drei Uhr auch ein wenig Bedenken, ob wir überhaupt einen Zeltplatz bekommen würden, denn Punkt drei Uhr muss man, wenn man auf der Warteliste steht, wieder zu dem Reservierungszentrum und bekommt dann entweder einen Platz oder nicht.

Nachdem wir uns also eingetragen hatten machten wir uns auf den Weg den Yosemite National Park zu erkunden. Bereits bei der Einfahrt mit dem Auto war klargeworden, dass dies ein absolutes Highlight wird. Das Yosemite Village liegt in einem Tal und ist rundherum von riesigen Bergen umgeben. Im Vorfeld hatte ich bereits gelesen, dass man den Park in seiner vollen Pracht eigentlich erst erlebt, wenn man auf den verschiedenen Wanderwegen die es dort gibt, wandern geht. Wir haben uns dazu entschieden den Lake Mirror Trail zu gehen, der im östlichen Teil des Parks liegt. Und ich weiß jetzt gar nicht genau, wie ich die Eindrücke der Wanderung in Worten beschreiben soll, aber für mich war es atemberaubend die Natur und ihre Vielfalt zu erleben. Dadurch, dass wir uns bereits relativ früh auf den Weg gemacht hatten und nicht direkt einen der touristischen Hotspots gewählt hatten, konnten wir den Weg in Ruhe genießen. Insgesamt wanderten wir um die 15 km, wobei es mir gar nicht so viel vorkam, da man gar keine Zeit hatte sich darüber Gedanken zu machen (da man aus dem Staunen nicht wirklich rauskam).

Um drei Uhr warteten wir dann hoffnungsvoll, ob wir einen Campingplatz bekommen würden. Zunächst sah es nicht gut aus, da nur 20 freie Plätze da waren (zur Erinnerung, wir waren Nummer 21), aber nicht alle Leute von der Warteliste kamen um drei Uhr wieder, sodass wir das Glück hatten einen Zeltplatz zu bekommen. Im Nachhinein betrachtet hatten wir eigentlich sogar Glück, denn der Platz den wir für diesen Tag bekamen, hatte einen eigenen Autoparkplatz, eine eigene Feierstelle, Essensbox, Bänke und einen Tisch. Das hätten wir im Camp 4 nicht gehabt, dort ist eigentlich nur eine große Wiese 😉 . Vor allem die Essensbox ist wichtig (das wurde auch bei jeder Gelegenheit wieder erwähnt), denn im Yosemite Park gibt es sehr viele Bären und man darf niemals Essen im Auto oder sonst wo lassen, da die ansonsten versuchen daranzukommen. An unserem Zeltplatz angekommen räumten wir also das Auto aus, bauten unser Viermannszelt (ja wir waren mit fünf, aber das ging vom Platz schon halbwegs 😉 ) auf und machten uns daran unser Abendessen zu kochen. Wir waren relativ froh darum, dass es im Yosemite Village einen kleinen Supermarkt gibt, denn trotz wochenlanger detaillierter Planung des Trips 😛 😉 hatten wir dann doch ein paar Sachen vergessen, bzw. falsch eingekauft (zum Beispiel passte unsere Gasflasche nicht zu unserem Gasherd 🙂 ). Nach unserem Abendessen machten wir uns noch ein Feuer und genossen den frühen Abend im Yosemite. Die lange Fahrt, der fehlende Schlaf und die lange Wanderung forderten dann jedoch irgendwann ihren Tribut, sodass wir bereits um acht Uhr im Zelt lagen (wobei es sich angefühlt hat wie 12 Uhr nachts, da es schon sehr früh dunkel geworden ist).

Diwali Festival of Lights

Gestern besuchte ich ein indisches Fest namens Diwali Festival of Lights im Balboa Park in San Diego. Aufmerksam gemacht darauf wurde ich von dem Fulbright Chapter in San Diego. Diese luden uns zu der Feier ein und waren so nett, uns bereits im Voraus Karte sowohl für uns als auch für Freunde und Bekannte bereitzustellen.

Diwali ist eines der höchsten indischen Feste und es wird in manchen Regionen des Landes mit Weihnachten gleichgesetzt. Grundsätzlich geht es bei dem Fest darum zu feiern, dass das Gute über das Böse siegt.

Wir fuhren bereits mittags zu der Veranstaltung und machten auch von dem Food Court gebrauch 🙂 Hier bekam man typisch indisches Essen, wobei ich mich damit glaube ich eher nicht anfreunden könnte, da es schon super scharf war 🙂

Den ganzen Tag über wurden auf dem Fest musikalische und tänzerische Darbietungen aus der indischen Kultur dargeboten, wobei vor allem die Regenbogentänze gegen Abend sehr schön anzusehen waren. Hier präsentierten verschiedene Landesteile Indiens verschiedene Tänze.

Alles in allem war es ein schönes Fest und es war interessant die indische Kultur auf diese Weise kennen zu lernen. Ich bin Fulbright sehr dankbar, dass sie uns auf dieses Fest aufmerksam gemacht haben und uns den Besuch gesponsert haben.

Mission Trails Regional Park

Am Freitag machten wir einen Ausflug in den Mission Trails Regional Park. Dort kann man super gut wandern bzw. klettern gehen. Der Park besteht eigentlich aus fünf Bergen, wobei sich dort auch der höchste Berg San Diegos (Cowles Mountain) mit einer Höhe von 1.592 feet befindet. Da wir ja schon ein bisschen Übung im Wandern an Bergen haben (siehe vorherige Beiträge :)), beschlossen wir natürlich den höchsten der fünf Gipfel zu erklimmen. Bei tollem Wetter machten wir uns also auf den Weg und die Wanderung war sehr schön. Zum Lohn für unsere Anstrengungen beim Aufstieg hatten wir letztendlich eine super Aussicht über San Diego und seine Umgebung. Da uns natürlich ein Berg am Tag nicht reicht 😛 beschlossen wir auch noch auf den zweiten Gipfel (Pyles Peak 1.379 feet) zu klettern. Dort trafen wir dann einen sehr netten amerikanischen Wanderer mit dem wir ins Gespräch kamen und der uns auf dem Rückweg viele gute Tipps für Wanderungen in der Umgebung gab und mit dem wir uns über viele Sachen unterhalten konnten. Am Ende waren wir fast 5 Stunden unterwegs gewesen und hatten nicht nur sehr viele Höhenmeter zurückgelegt. Dementsprechend platt war ich abends.

Es hat sich aber auf jeden Fall gelohnt, und hat wieder gezeigt, dass man in und um San Diego sehr schöne Wandertouren machen kann. Unser Ziel ist es jetzt in den nächsten Wochen auch noch die anderen drei Gipfel der insgesamt fünf Berge zu erklimmen, da man dann am Ende ein Zertifikat bekommt 🙂 Das ganze nennt sich 5-Peak Challenge.

Kursendspurt an der Uni

Entgegen aller Meinungen in Deutschland 😛 bin ich in San Diego ja auch am studieren :). Meine ersten beiden Kurse neigen sich langsam dem Ende zu und deshalb möchte ich in diesem Beitrag mal auf die Vorlesungen zurückblicken.

Nächste Woche gehe ist meine achte Woche in meinen beiden Kursen des ersten Terms. Bei beiden muss ich (nicht wie in Deutschland) eine Klausur schreiben, sondern wir müssen finale Projekte abgeben. Das finde ich sehr gut, da ich kein Freund davon bin, mir eine Woche vor den Klausuren alles in den Kopf zu hämmern und den Stoff dann nach zwei Tagen wieder vergessen zu haben.

Wie bereits am Anfang erwartet, ist das Niveau an der Alliant International University nicht ganz so hoch wie in Deutschland, allerdings Hängt das, wie auch an allen anderen Unis, immer von der Kurswahl ab. Meine beiden Kurse waren mir in gewisser Weise bereits vorgeschrieben, da ich diese zur Anerkennung des MBA benötige. Was hier in Amerika aber genauso gilt ist, dass man während des Semesters ein höheres Arbeitspensum hat. Es sind sehr viele Abgabeaufgaben zu erledigen und es wird sehr viel Wert auf die Teilnahme, sowohl in den Kursen, als auch in den Onlinediskussionen gelegt.

Ich konnte sowohl in Finance, als auch in Technology for managerial decision making neue Dinge lernen und gute Erfahrungen sammeln. Jetzt bin ich sowohl auf den Abschluss der Kurse, als auch auf meine neuen Kurse, die in zwei Wochen beginnen werden, sehr gespannt.