Schon vor ein paar Wochen hatten wir beschlossen im Oktober zum Yosemite National Park zu fahren. Letztes Wochenende war es dann endlich soweit und wir machten uns Donnerstag abends um halb zwölf Uhr nachts auf den Weg (eigentlich wollten wir um elf Uhr los, doch wir merkten, dass mein Auto zwar groß ist, bei einem Campingtrip mit fünf Leuten jedoch an seine Platzgrenzen stößt, weshalb wir sogar schon eingepackte Verpflegung wieder entfernen mussten 🙂 ). Die Fahrt dauerte etwa acht Stunden, war jedoch angenehmer als gedacht. Dies lag vor allem daran, dass nachts kein so dichter Verkehr ist und wir selbst durch LA sehr gut durchkamen. Lediglich die letzte Stunde bevor wir unser Ziel erreichten war ein wenig anstrengend, da wir uns dann bereits im eigentlichen Yosemite Park befanden und sich die Amerikaner dort anscheinend zum Ziel gesetzt haben so viele Kurven wie es nur irgendwie geht, einzubauen. An sich ist das ja nicht schlimm, aber da wir diesen Teil des Parks morgens um sechs Uhr bei Regen erreichten war es nicht so angenehm zu fahren.
Wie bereits erwähnt hatten wir uns dazu entschlossen im Yosemite zu campen, um so den Nationalpark in seiner ganzen Pracht genießen zu können 😛 . Es gibt dort auch verschiedene Campingplätze nahe des Yosemite Village, allerdings muss man für fast alle eine Vorreservierung haben, um die man sich etwa drei Monate im Voraus kümmern muss (das haben wir natürlich nicht getan 🙂 , wobei man zu unserer Verteidigung sagen muss, dass wir zu der Zeit noch gar nicht in den USA waren). Also beschlossen wir zum Camp 4 zu fahren, das sehr zentral liegt und einer der wenigen First-Come-First-Serve Plätze ist. Die Vergabe dort ist nicht so einfach (wie wir merkten) 🙂 , und zwar befindet sich am Eingang ein Kiosk. an dem muss man sich anstellen und um 08:30 Uhr morgens kommt ein Parkranger, sagt an, wie viele Personen für den Tag einen Platz bekommen und dann wird in der Reihe abgezählt wer einen Platz bekommt und wer nicht. Also an sich klingt das nicht so tragisch und wir wussten auch von dem System und hatten uns deshalb auch schon so früh auf den Weg gemacht (wir waren um 07:00 Uhr an dem Kiosk), allerdings waren auch andere auf diese Idee gekommen. An dem morgen an dem wir dort ankamen bekamen 19!!! Leute einen Platz und ich glaube wir waren ungefähr Nummer 42 bis 47 (und wir waren noch nicht die Letzten) 🙂 . Also gingen wir hier erst einmal leer aus. Uns wurde dann jedoch gesagt, dass wir uns auf einer zentralen Reservierungsstelle auf eine Warteliste setzten konnten und das taten wir dann auch. Diese Liste ist für drei Campingplätze im Yosemite gültig und sobald eine Reservierung nicht angetreten wird, werden diese freien Plätze gemäß der Warteliste vergeben. Auf der Liste waren wir dann Nummer 21 und hatten deshalb bis mittags drei Uhr auch ein wenig Bedenken, ob wir überhaupt einen Zeltplatz bekommen würden, denn Punkt drei Uhr muss man, wenn man auf der Warteliste steht, wieder zu dem Reservierungszentrum und bekommt dann entweder einen Platz oder nicht.
Nachdem wir uns also eingetragen hatten machten wir uns auf den Weg den Yosemite National Park zu erkunden. Bereits bei der Einfahrt mit dem Auto war klargeworden, dass dies ein absolutes Highlight wird. Das Yosemite Village liegt in einem Tal und ist rundherum von riesigen Bergen umgeben. Im Vorfeld hatte ich bereits gelesen, dass man den Park in seiner vollen Pracht eigentlich erst erlebt, wenn man auf den verschiedenen Wanderwegen die es dort gibt, wandern geht. Wir haben uns dazu entschieden den Lake Mirror Trail zu gehen, der im östlichen Teil des Parks liegt. Und ich weiß jetzt gar nicht genau, wie ich die Eindrücke der Wanderung in Worten beschreiben soll, aber für mich war es atemberaubend die Natur und ihre Vielfalt zu erleben. Dadurch, dass wir uns bereits relativ früh auf den Weg gemacht hatten und nicht direkt einen der touristischen Hotspots gewählt hatten, konnten wir den Weg in Ruhe genießen. Insgesamt wanderten wir um die 15 km, wobei es mir gar nicht so viel vorkam, da man gar keine Zeit hatte sich darüber Gedanken zu machen (da man aus dem Staunen nicht wirklich rauskam).
Um drei Uhr warteten wir dann hoffnungsvoll, ob wir einen Campingplatz bekommen würden. Zunächst sah es nicht gut aus, da nur 20 freie Plätze da waren (zur Erinnerung, wir waren Nummer 21), aber nicht alle Leute von der Warteliste kamen um drei Uhr wieder, sodass wir das Glück hatten einen Zeltplatz zu bekommen. Im Nachhinein betrachtet hatten wir eigentlich sogar Glück, denn der Platz den wir für diesen Tag bekamen, hatte einen eigenen Autoparkplatz, eine eigene Feierstelle, Essensbox, Bänke und einen Tisch. Das hätten wir im Camp 4 nicht gehabt, dort ist eigentlich nur eine große Wiese 😉 . Vor allem die Essensbox ist wichtig (das wurde auch bei jeder Gelegenheit wieder erwähnt), denn im Yosemite Park gibt es sehr viele Bären und man darf niemals Essen im Auto oder sonst wo lassen, da die ansonsten versuchen daranzukommen. An unserem Zeltplatz angekommen räumten wir also das Auto aus, bauten unser Viermannszelt (ja wir waren mit fünf, aber das ging vom Platz schon halbwegs 😉 ) auf und machten uns daran unser Abendessen zu kochen. Wir waren relativ froh darum, dass es im Yosemite Village einen kleinen Supermarkt gibt, denn trotz wochenlanger detaillierter Planung des Trips 😛 😉 hatten wir dann doch ein paar Sachen vergessen, bzw. falsch eingekauft (zum Beispiel passte unsere Gasflasche nicht zu unserem Gasherd 🙂 ). Nach unserem Abendessen machten wir uns noch ein Feuer und genossen den frühen Abend im Yosemite. Die lange Fahrt, der fehlende Schlaf und die lange Wanderung forderten dann jedoch irgendwann ihren Tribut, sodass wir bereits um acht Uhr im Zelt lagen (wobei es sich angefühlt hat wie 12 Uhr nachts, da es schon sehr früh dunkel geworden ist).